Finanzwelt Interview: Gemeinsam sind wir Carestone

15.08.2019

Mehr als 20 Jahre Erfahrung, über 1,85 Mrd. Euro platziertes Projektvolumen sowie 12.500 verkaufte realgeteilte Pflegeapartments – das ist die Erfolgsbilanz von WirtschaftsHaus und WI-IMMOGroup. Jetzt fusionieren die beiden Spezialanbieter für Pflegeimmobilien unter der Marke Carestone. Welche Ziele hat das Unternehmen, welche Veränderungen wird es geben und welche Rolle spielt die Marktführerschaft?

finanzwelt: Anfang des Jahres haben Sie die Zusammenführung der beiden Unternehmen angekündigt. Jetzt sind Sie gemeinsam als Carestone an die Öffentlichkeit getreten. Was alles ist Carestone?

Dr. Karl Reinitzhuber» Wir haben jetzt unter dem Namen Carestone zwei sehr starke Unternehmen der Branche vereint. Für uns ist Carestone aber mehr als die gemeinsame Erfolgsbilanz von WirtschaftsHaus und WI-IMMOGroup. Denn unser Anspruch ist es, Menschen bei einem selbstbestimmten Leben im Alter zu unterstützen. Das gilt zum einen für die Bewohner unserer Einrichtungen. Hier stehen Gemeinschaft, Zuwendung, Geborgenheit, Schutz und Sicherheit im Vordergrund. Das gilt aber natürlich auch für unsere privaten Investoren. Wir ermöglichen es Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, in dringend benötigte Pflegeplätze zu investieren und so für ihr Alter vorzusorgen.

finanzwelt: Wie wollen Sie Ihre ambitionierten Ziele erreichen?

Dr. Reinitzhuber» Carestone ist der führende Pflegeimmobilienentwickler in Deutschland. Wir haben mit einem Volumen von rund 1,4 Mrd. Euro eine sehr gut gefüllte Projekt-Pipeline und wollen künftig etwa zwei bis drei neue Objekte pro Monat initiieren. Das schaffen wir natürlich nicht allein. Wir verstehen uns vielmehr als Plattform für Partnerschaften mit Maklern, Betreibern, Projektentwicklern, Architekten und Bauunternehmen. Deshalb werden wir in Zukunft verstärkt unsere geschäftlichen Kooperationen ausbauen und mit Partnern tatkräftig gemeinsame Projekte umsetzen. Ich denke, es ist nicht nur strategisch richtig, es macht auch schlichtweg Freude, gemeinsam Ziele zu erreichen.

„Wir verstehen uns als Plattform für Partner- schaften mit Maklern, Betreibern, Projektent- wicklern, Architekten und Bauunternehmen.“

finanzwelt: Bleibt denn auch etwas beim Alten?

Edwin Thiemann» Beide Unternehmen waren bisher sehr erfolgreich, haben die Assetklasse der Pflegeimmobilien für private Investoren in den letzten 20 Jahren überhaupt erst entwickelt, professionalisiert und vorangetrieben. Insgesamt haben wir bisher bundesweit mehr als 12.500 Pflegeimmobilien mit einem Volumen von rund 1,85 Mrd. Euro am Markt platziert. In der Essenz sind das Erfahrung und Expertise. Oder anders gesagt, es bleiben viele erfolgreich funktionierende Prozesse und Strukturen, die wir vor allem im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit unserem Marktpartner- und Maklernetzwerk weiter nutzen. So bleiben beispielsweise unsere Objektparameter und die hohe Qualität der Produkte sowie unsere umfangreichen Leistungen ein Garant. Außerdem ist Carestone ein Wachstumsthema, unsere Mitarbeiter sind begeistert davon, man trifft künftig also auf neue, aber auch viele altbekannte Gesichter. „Carestone ist ein Wachstumsthema, unsere Mitarbeiter sind begeistert“

finanzwelt: Welche Vorteile hat die Fusion für Vermittler und Anleger?

Sandro Pawils» Schon seit vielen Jahren sind Privatinvestoren und Vertriebspartner bei uns im wörtlichen Sinne sehr gut beraten. Beide, WirtschaftsHaus und WI-IMMOGroup, gehören zu den besten Vertriebsplattformen Deutschlands. Und genau so werden wir unter Carestone agieren. Ganz einfach, weil wir uns am langjährigen Erfolg der initiierten Objekte orientieren. Dadurch haben wir dauerhaft erfolgreiche und langfristig stabile Kunden- und Partnerbeziehungen. Unter der Marke Carestone wollen wir nicht nur an unsere sehr guten Leistungen anknüpfen, sondern noch einen Schritt weiter gehen. Unser Fundament ist eine prall gefüllte Entwicklungspipeline, wie sie sonst wohl kein anderer im Pflegeimmobilienmarkt hat. Daraus resultiert für unsere Vertriebspartner ein kontinuierliches Angebot an attraktiven, bundesweit verfügbaren Pflegeimmobilien. Gleichzeitig schaffen wir für die Gesellschaft dringend benötigte Pflegeplätze. Zusammen mit unserem umfangreichen Angebot an Serviceleistungen beim Vertrieb und in der Abwicklung, sind wir so der ideale Partner für Vermittler als auch private Erwerber und damit weit mehr als nur Produktlieferant.

„Daraus resultiert ein kontinuierliches Angebot an attraktiven, bundesweit verfügbaren Pflegeimmobilien.“

finanzwelt: Bleibt der Fokus auf Pflegeimmobilien-Direktinvestments oder wird es künftig noch weitere Produkte geben?

Pawils» Unser Kerngeschäft ist unverändert das Planen, Bauen und Vermarkten von Pflegeimmobilien. Dabei liegt unser Schwerpunkt auf realgeteilten Einrichtungen für Privatinvestoren. Aber bereits in der Vergangenheit haben wir vereinzelt größere Objekte an institutionelle Anleger veräußert. Wir sehen in diesem Segment weiteres Entwicklungspotenzial, gerade wenn ich mir unsere Pipeline und das Gesamtangebot anschaue. Das Schöne an unserem Produktportfolio: Es bietet die nötige Vielfalt für institutionelle Investoren, finanzstarke Barzahler, als auch für Menschen mit mittlerem Einkommen, die für das Alter vorsorgen wollen und ihre Investition finanzieren. Außerdem sind wir dabei, ein Portfolio bestehender Pflegeimmobilien zu erwerben. Diese Objekte werden wir in den kommenden Jahren im eigenen Bestand halten. Grundidee ist hier, dass wir unsere Kompetenzen in der baulichen Auffrischung und Neuverpachtung nutzen, um die Objekte an die heutigen gesetzlichen Standards und gestiegenen Anforderungen an Qualität und Service anzupassen.

finanzwelt: WirtschaftsHaus hatte in den letzten Jahren eine erweiterte Wertschöpfungskette. Vor allem durch die Betreibergesellschaft. Wird das auch weiter so laufen?

Ralf Licht» Es ist richtig, dass die WH Care nicht Bestandteil der Zusammenführung war. Die Betreibergesellschaft ist aber weiter aktiv am Markt tätig und zählt auch zu unseren wichtigen Partnern. Aufgrund unserer vieljährigen Marktzugehörigkeit verfügen wir darüber hinaus über ein langjährig gewachsenes Netzwerk mit vielen renommierten Betreibergesellschaften. Zudem suchen wir kontinuierlich neue Kooperationen. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass wir für unsere Pflegeimmobilien immer den richtigen Partner finden.

finanzwelt: Hinter Carestone steht ein starker Investor. Sind hierdurch Synergieeffekte zu erwarten oder gibt es andere Vorteile?

Thiemann» Mit Activum haben wir einen starken Partner an unserer Seite, der uns aktiv bei unserem Wachstumskurs unterstützt. Activum hat eine erstklassige Expertise im Segment Immobilienunternehmen, deshalb arbeiten wir eng zusammen und können auf breites Know-how zurückgreifen. So verbessern wir beispielsweise Ankaufs- und Bewertungsprozesse und integrieren neue Strukturen. Durch das Experten-Netzwerk von Activum und die Kapitalstärke können wir deutlich flexibler agieren als andere Anbieter und sind in der Lage, selbst größere Projekte schnell zu entwickeln und zu realisieren. Außerdem erhöht sich unsere Sichtbarkeit und das Verständnis aller Marktteilnehmer für unser Geschäftsmodell.

finanzwelt: Was bedeutet die Marktführerschaft für Sie und was haben Ihre Kunden und Partner davon?

Licht» Wir können mit Stolz sagen, dass wir bereits heute der größte Entwickler und Anbieter von realgeteilten Pflegeimmobilien sind. Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich, uns permanent zu verbessern, beispielsweise in der Produktentwicklung. Unser Anspruch ist, moderne und bedarfsgerechte Seniorenzentren, Service-Wohnungen, ambulant betreute Wohnformen und Tagespflegeeinrichtungen zu entwickeln. Das erreichen wir, indem wir gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen Projektentwicklung, Architektur, Bauen und Vertrieb bedarfsgerechte Lösungen schaffen. Wir verfolgen hier die konsequente Standardisierung unserer Produkte – sei es bei Grundrissen, bei Planungsdetails wie Fenstern oder bei der Gebäudetechnik. Bei mehr als 15 Baustarts in diesem Jahr können wir diese Erkenntnisse unmittelbar umsetzen. Davon profitieren nicht nur Baupartner und Betreiber, sondern vor allem die Bewohner, weil unsere durchdachten Raumkonzepte und an den Bedürfnissen der Bewohner orientierten Flächenaufteilungen ein Höchstmaß an Wohn- und Pflegequalität bieten. Das ist unser Teil des Beitrages und der Verantwortung, den wir bei der Gestaltung des demografischen Wandels übernehmen.

„Wir verfolgen hier die konsequente Standardisierung unserer Produkte“

finanzwelt: Was macht Ihnen in der täglichen Arbeit am meisten Freude?

Dr. Reinitzhuber» Wissen Sie, ich habe schon diverse Immobilienunternehmen in unterschiedlichen Marktsegmenten geführt und begleitet. In den letzten Jahren war ich im Bereich der Shopping Center und der Wohnimmobilien tätig. Bei Carestone und speziell bei Pflegeimmobilien ist es mir besonders wichtig, gemeinsam mit unseren Partnern, Kunden und Mitarbeitern einen chancenreichen Markt zu entwickeln und dabei zur Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels beizutragen. Außerdem verstehe ich mich als Teil eines großartigen Führungsteams, in dem wir uns fachlich perfekt ergänzen und persönlich sehr gut verstehen. In der täglichen Zusammenarbeit mit unseren mehr als 70 Mitarbeitern setzen wir neue Ideen schnell um. Damit verbinden wir mittelständische Flexibilität mit Transparenz und Prozessen, die man sonst nur aus Großunternehmen kennt.

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